Programm
Neuerscheinungen
Kibbuz und Bauhaus. Pioniere des Kollektivs
- Bauhaus Taschenbuch 3
- Dessau / Leipzig 2012
- ISBN: 978-3-940064-44-8
- 9.90 €
Die israelischen Kibbuzim stehen für eine weltweit einmalige Form kollektiven Zusammenlebens. Ihr Ursprung liegt in der zionistischen Vision junger europäischer Juden, die sich im gelobten Land eine neue, eigenständige Existenz erhofften. Die neue Siedlungen waren indes nicht nur soziales Experimentierfeld für ein anderes Zusammenleben in Gemeinschaft, sondern auch Gestaltungsfeld für die Architektur der Moderne. Junge Architekten und Planer brachten die Ideale und Methoden des Neuen Bauens aus Europa nach Palästina und prägten die Formensprache der Kibbuzim nachhaltig. Zu ihnen gehörten mit Arieh Sharon, Shmuel Mestechkin und Munio Gitai Weinraub auch drei Absolventen des Dessauer Bauhauses. Sie nahmen das progressive Gedankengut der Schule mit nach Palästina, und über ihr architektonisches Wirken fanden die Ideale der Kibbuzbewegung und des Bauhauses zu einer einmaligen Synthese.
Natalie Czech:
Je n'ai rien à dire. Seulement à montrer. / Ich habe nichts zu sagen. Nur zu zeigen. / I have nothing to say. Only to show.
Mit Texten von Vanessa Joan Müller, Dorothea Zwirner und Eckhard Schumacher
- 96 Seiten
- Gestaltung: Kay Bachmann
- Leipzig 2012
- ISBN: 978-3-940064-40-0
- 26.00 €
"So gelingt Natalie Czech etwas, das alles andere als selbstverständlich und in der Literatur wie in der bildenden Kunst nur selten zu beobachten ist: Ihre Arbeiten basieren auf Versuchsanordnungen, die auf der Grundlage von vorgefundenen Texten durch nachträgliche Ergänzungen etwas Neues hervorbringen und dabei zugleich vermeintlich bekannte Texte – etwa von Apollinaire, O'Hara oder Brinkmann – auf faszinierende Weise für neue Lektüren öffnen, in anderen Kontexten, durch andere Medien, als Bilder, im Medium der Fotografie neu entdecken und dabei wie neu erscheinen lassen." - Eckhard Schumacher in seinem Essay in diesem Band
"Natalie Czech therefore accomplishes something completely unexpected, something rarely seen either in literature or the visual arts: her works are based on experimental designs that engender something new by subsequently amending found texts, while at the same time opening up known texts—by Apollinaire, O’Hara or Brinkmann—to new readings in a fascinating way, thus rediscovering these works in other contexts, through other media, as images, through the medium of photography, and hence allowing them to reemerge asnew." - Eckhard Schumacher in his essay in this publication
Ricarda Roggan:
SET RESET EXITS SEDIMENTS
- 64 Seiten
- Gestaltung: Helmut Völter
- Leipzig 2011 2011
- ISBN: ISBN: 978-3-940064-2
- 22.00 €
SET RESET EXITS SEDIMENTS stellt vier Serien vor, die Ricarda Roggan zwischen 2008 und 2011 auf Zypern fotografiert hat. Auf den ersten Blick scheint die Bildgruppen wenig zu verbinden. SET: eine abstrakte Raumkonstruktion, ein Raum-in-Raum aus Folien. RESET: sieben großformatige Farbfaufnahmen von alten Videospielautomaten, verstaubte Objekte aus einer Zeit, da die virtuelle Entertainmentkultur noch in den Kinderschuhen steckte. EXITS: dunkle Vierecke im hellen Kalkstein – Höhlenausgänge, die von Menschhand in den Fels getriebenen wurden. SEDIMENTS: verwitterte Geröllfelder, archäologische Ausgrabungsorte, Steinbrüche, Baugruben – Kalksteinwände, festgehalten in fein graduierten, großen schwarz-weiß Aufnahmen. Widmet man sich den Fotografien in Ruhe, so wird einmal mehr deutlich, wie sehr das ästhetische Interesse Ricarda Roggans über die einzelne Serie hinausreicht: durch die Montage der vier Bildgruppen entsteht ein Geflecht bewusster und unbewusster Paralellismen, gleichförmige und spiegelbildliche Widerholungen visueller Strukturen und Gegenstandsrelationen, die die kühl konstruierten Bildgruppen in ihrer Summe zu einer lebendigen, poetischen Artikulation machen.
Bahman Jalali:
Days of Blood, Days of Fire (Reprint)
- 120 Seiten
- Leipzig 2012
- ISBN: 978-3-940064-45-5
- 26.00 €
1978-79 fotografierte Bahman Jalali die iranische Revolution. Das Buch »Days of Blood, Days of Fire« ist ein emphatisches Dokument seiner Zeugenschaft: Demonstrationen, Straßenschlachten, Khomeini-Plakate und schließlich Khomeini selbst, wie er sich seinen Anhängern präsentiert. »Die Massendemonstrationen vereinigten für einen historischen Moment politisch radikale Studenten, die bürgerliche Mittelklasse und die religiöse Landbevölkerung in einem genuin antiimperialistischen Kampf. Die Khomeini-Plakate wurden nicht nur von Burka-Trägerinnen, sondern auch von adrett gekleideten Mädchen aus gutem Hause und von Che-Guevara-Wiedergängern getragen.
Bei genauerer Betrachtung sind schon diesen Bildern Spannungen eingeschrieben, die etwas damit zu tun haben könnten, warum nach dem Fall des Shah-Regimes die Koalition der Revolutionäre zerbrach. Die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen frequentieren zwar die selben Demonstrationen, im gleichen Bildkader aber finden sie nur selten Platz. Und die wenigen Fotografien, auf denen dies doch der Fall ist, sehen zwar nicht aus wie gestellt, wirken jedoch wie Montagen. Die Fotografien halten Auseinanderstrebendes fest und präparieren eine Hoffnung, von der wenig übrig geblieben ist.« (Lukas Foerster in Cargo)
1979 wurde die dritte Auflage von »Days of Blood, Days of Fire« im Iran verboten. Der Reprint, der durch Texte von Rana Javadi und Chaterine David kontextualisiert wird, macht dieses Revolutionsbuch nun wieder zugänglich.
Jutta Schwerin:
Ricardas Tochter
Leben zwischen Deutschland und Israel
Gebundene Leinenausgabe mit 65 Schwarz-Weiß-Fotografien
- 320 Seiten, Deutsch
- Gestaltung: Katharina Köhler
- Leipzig 2012
- ISBN: 978-3-940064-33-2
- 19.90 €
Als hoffnungsvolle Studierende am Dessauer Bauhaus lernen sie sich kennen: Ricarda und Heinz, die Eltern von Jutta Schwerin – und geraten schon bald in den Strudel der weltgeschichtlichen Ereignisse: Das Bauhaus wird als »verjudete Brutstätte des Bolschewismus« von den Nazis geschlossen, Heinz auf seiner nächsten Lebensstation in Frankfurt von der SA verhaftet. Nach geglückter Flucht müssen sich die beiden in Jerusalem eine neue Existenz aufbauen. Als ihre Tochter sieben Jahre alt ist, stirbt Heinz bei einem Einsatz der Hagana.
»Meine Mutter und ich hatten eine unglückliche Liebesgeschichte miteinander.« Auf der Suche nach dem, was ihre Mutter geprägt hat, begibt sich Jutta Schwerin tief hinein in eine Familiengeschichte voller Ambivalenzen und offener Fragen. Und auch ihr eigenes Leben hält dramatische Wendungen parat: große Lieben, Kinder, Abschiede, Neuanfänge – und Begegnungen mit eindrucksvollen Persönlichkeiten wie David Ben-Gurion, der Fotografin Ellen Auerbach, der Journalistin Charlotte Beradt und Hannah Arendts Mann Heinrich Blücher. Sie erzählt von Menschen, die sich wie sie politisch engagieren, sei es in der kommunistischen Jugend, im SDS, in der Frauenbewegung, in der Kommunalpolitik oder als Bundestagabgeordnete der Grünen. So bilden ihre Erinnerungen nicht nur eine Annäherung an die Eltern, sondern eine Hommage an widerständige Charaktere, die wissen, wann es an der Zeit ist, »nein« zu sagen.
Jutta Schwerin erzählt in klaren Bögen, unsentimental, aber voller Empathie von dem, was das Leben ausmacht. Ob nun in Abgrenzung zur Mutter oder in der Fortsetzung ihrer Ideale und ihres selbstbestimmten Weges, eins bleibt sie immer: Ricardas Tochter.
Helmut Völter:
Wolkenstudien. Cloud Studies. Études des nuages
Text: Helmut Völter, Marcel Beyer
- Mit 132 Fotografien im Zweifarbdruck,
272 Seiten, Deutsch, English, Français - Gestaltung: Helmut Völter
- Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-99-8
- 38.00 €
Wolken sind flüchtige Gebilde – sie zu fixieren, um ihre Formen richtig einteilen, benennen und lesen zu können, galt den Meteorologen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts als wichtige Etappe, um die Geheimnisse der Atmosphäre besser zu verstehen. Das damals noch junge Medium Fotografie bot den Wissenschaftlern völlig neuartige Darstellungsmöglichkeiten. Mit der Kamera machten sie präzise und naturgetreue Bilder, die Aufschluss über das Zusammenspiel von Wolken und Atmosphäre gaben.
Helmut Völters ›Wolkenstudien‹ zeigt sechs Stationen der wissenschaftlichen Wolkenfotografie – von ihren Anfängen in den 1880er Jahren bis zu den Aufnahmen der ersten Wettersatelliten in den 1960er Jahren. Jede der sechs Positionen steht für eine eigene wissenschaftliche und fotografische Sichtweise auf Wolken.
Diese Publikation erscheint zur Ausstellung »Wolkenstudien – Der wissenschaftliche Blick in den Himmel« im Fotomuseum Winterthur (26. 11. 2011–12. 2. 2012).
Mit einem Essay von Marcel Beyer; Fotografien von Albert Riggenbach, Ralph Abercromby, anonymen Piloten des Ersten Weltkriegs, Ferdinand Quénisset, Philippe Schereschewsky, Philippe Wehrlé, Masanao Abe, den Tiros-Wettersatelliten; sowie Textauszügen von Jean Baptiste Lamarck, Luke Howard, Johann Wolfgang Goethe, John Ruskin, Gerard Manley Hopkins, William Clement Ley und weiteren.
»Es ist ein Bildessay, der an das Fundament von Philosophie und Wissenschaft führt, zu der Frage nämlich wie Erkenntnis überhaupt möglich sei. Wer jetzt befürchtet, es müsse sich dann um eim eine trockene und schwierige Angelegenheit handeln, dem sei dieses Buch ausdrücklich empfohlen. Denn schöner und unterhaltsamer wurden erkenntnistheoretische Fragen selten behandelt als hier.«
Julia Voss in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Andreas Neumeister:
Infanten
Text: Andreas Neumeister
Architektur: Peter Ottmann
Fotografie: Arthur Zalewski
- 192 Seiten
- Gestaltung: Anna Lena von Helldorff [buero total]
- Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-12-7
- 28.00 €
Die Gegend um das ehemalige Heeresbekleidungsamt in München ist ein geschichtsträchtiges Areal. Bis heute erinneren Straßennamen wie Infanteriestraße und Schwere-Reiter-Straße an dessen einstige militärische Bedeutung. Andreas Neumeister thematisiert die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des ehemaligen Münchner Kasernenviertels in einer Textmontage aus historischen Zitaten und Sprachpartikeln der heutigen Medienwelt. Infanten ist das eindrucksvolle Beispiel für eine Literatur, die ihren Ort auch jenseits des Buches hat. Die Architektur und der städtische Raum sind hier nicht allein Thema, sondern auch Medium.
Infanten entstand für einen Hochschulneubau innerhalb des historischen Architekturensembles des ehemaligen Heeresbekleidungsamtes in München, der 2009/10 nach Plänen des Architekt Peter Ottmann erbaut wurde.
bauhaus. Zeitschrift der Stiftung Bauhaus Dessau
Thema: Israel
- 152 Seiten, deutsch/ englisch
- Gestaltung: novamondo
- Dessau / Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-29-5
- 8.00 €
Der Abopreis in Deutschland beträgt 15 Euro (inkl. Porto) für das Jahresabo (2 Hefte).
Das zweite Heft der Zeitschrift bauhaus
Die wichtigsten Architekten, die am Aufbau des Staates Israel beteiligt waren und dessen moderne Architektur entscheidend prägten, hatten am Dessauer Bauhaus gelernt. Einige von ihnen waren eigens zum Studium aus Palästina nach Deutschland gekommen, andere mussten Anfang der 1930er aus Nazideutschland emigrieren. In Israel waren sie – etwa beim Neuentwurf der berühmten Bezalel Academy in Jerusalem – als Pädagogen tätig, entwarfen Gebäude für die Kibbuzim, planten Städte oder, wie Arieh Sharon, gar die Besiedelung des ganzen Landes. Ihren Geschichten und den vielfältigen Nachwirkungen geht die Zeitschrift der Stiftung Bauhaus Dessau in ihrem aktuellen Heft nach. Dabei entsteht ein ganz neuer Blick auf den gewichtigen Einfluss des Bauhauses auf den Staat Israel.
Wir besuchten deutschstämmige Juden, die Jeckes, in ihren Wohnungen und fanden das Bauhaus im Wohnzimmer, wir sprachen mit dem „israelischen Obama“, dem Knesset-Abgeordneten Dov Khenin, und gingen der vermeintlichen Bauhausgeschichte Tel Avivs nach – die sich bei näherer Betrachtung als reine Fiktion erweist. Unweigerlich stießen wir dabei immer wieder auf die Problematik der Siedlungspolitik, in der Beschäftigung mit der lokalen Architektur ebenso wie in der Auseinandersetzung mit sozialen Fragen. Und wir entdeckten die schillernde Persönlichkeit des Selman Selmanagic, eines bosnischen Muslims, der in Palästina Bauhausmoderne für die Araber baute – nachdem er zuvor im Büro des jüdischen Architekten Richard Kauffmann gearbeitet hatte.
Zu den Autoren der aktuellen Ausgabe gehören der streitbare israelische Architekt und Publizist Sharon Rotbard, der diesjährige Bauhaus-Fellow Zvi Efrat, der Architekt Joachim Trezib von der Universität Braunschweig, der Kurator und Kunsthistoriker Gideon Ofrat, die Architekturhistorikerin Karin Wilhelm und die Künstlerin Heidi Specker.
Tobias Zielony:
Manitoba
With a text by Andrea Hiott
- 88 pages
- Design: HIT
- Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-93-6
- 24.00 €
In Winnipeg, der Provinzhauptstadt des kanadischen Bundesstaates Manitoba, hat Tobias Zielony das Leben von jugendlichen Gangmitgliedern indigener Herkunft festhalten. In der Tradition der klassischen Bildreportage greift Zielony auf unterschiedliche Bildgenres zurück und zeigt neben den Portraits der Jugendlichen auch Gruppenaufnahmen, auf denen die Gangmitglieder posieren, sowie Bilder des urbanen Raums und der Landschaft in und um Winnipeg. Neben den globalisierten Kleidungscodes und Gesten der Jugendlichen erzählen die Bilder auch von der regionalspezifischen Geschichte der Indianer in ihrem sozio-ökonomischen Zusammenhang.
»Statt klassischer Reportage bieten Zielonys Fotos Realität, subjektiv, lakonisch und trotzdem genau beobachtet. Besser und klüger kann man das beginnende Jahrtausend nicht dokumentieren.«
Ingeborg Wiensowski / kulturSPIEGEL
Sasha Pirker, Andreas Fogarasi:
Eagle Rock Playground House
Text: Andreas Neumeister
- Gestaltung: Andreas Fogarasi, Sasha Pirker und HIT
- Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-25-7
- 26.00 €
Die Auseinandersetzung mit der Architekturgeschichte vollzieht sich in dem Künstlerbuch von Sasha Pirker und Andreas Fogarasi in einer radikalen Verschränkung der Medien Film und Buch. Einzelne Bildsequenzen zeigen Details von Richard Neutras Haus und machen dessen alltägliche Nutzung sichtbar. Die Texte von Andreas Neumeister sind ein adäquates sprachliches Echo auf die Filmbilder. Das Porträt eines ländlichen Klubhauses, über das Martin Pieper schrieb:
"Geistiger und räumlicher Mittelpunkt der in ihren Ausmaßen bescheidenen Anlage ist der große Saal, dort, wo man sich zum Tanz trifft, zur Gymnastik, bei Theater- und Musikaufführungen, bei Versammlungen und Vorträgen. Der Saal lässt sich durch Nachobenschieben der Längswände auf beiden Seiten in voller Länge öffnen. Der gedeckte Raum, von dem aus man die Vorgänge auf dem Podium verfolgen kann, vergrößert sich dann auf das Doppelte. - Nach Öffnen der Bühnenrückwand kann ins Freie hinaus gespielt oder für ein Doppelauditorium musiziert und getanzt werden. Die Zuschauer draußen stehen, sitzen und liegen auf einer leicht ansteigenden Rasenfläche. - Ein schmaler Streifen immergrüner Pflanzen und ein Wasserbecken vor der Plattform trennt nicht, gibt jedoch Distanz und bei Tänzen reizvolle Spiegelungen. Mauerkulissen grenzen den "Zuschauerraum" gegen die Landschaft ab, erhöhen die Konzentration für das Geschehen auf der Bühne und binden den Freiraum an das Gebäue. Sie erweitern optisch seine verhältnismäßig geringe Baumasse und geben dem schönen, für das kulturelle Leben der Gemeinde so bedeutsamen Haus in der öffentlichen Parklandschaft intime Naturverbundenheit und größeres soziales Gewicht zugleich."
Fabian Reimann:
The Surveyor
erscheint im April 2011
- 145 Seiten
- Gestaltung: Joachim Bartsch und Weltprovinz
- Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-94-3
- 32.00 €
1979, Sir Anthony Frederick Blunt ist nicht mehr Sir. Der Grund dafür liegt weit zurück in Cambridge, wo er studierte. Dort kam er mit einem geheimen Kreis von Männern zusammen, jung und von glühender Leidenschaft für den Kommunismus. Später wurden sie bekannt als die Cambridge Five. Der erste von ihnen wurde 1951 enttarnt, der zweite ein Jahr später. Blunt war zu dieser Zeit Professor für Kunstgeschichte und Berater der Queen in Kunstangelegenheiten, er betreute die Gemäldesammlung der Windsors als Surveyor of the Queen’s Pictures. Französische und italienische Kunst waren sein Schwerpunkt, Poussin insbesondere. 1963 flog der dritte aus dem Kreis der Cambridge Five auf, er hatte sich wie schon die anderen nach Moskau abgesetzt. Blunts zweite Identität wurde ein Jahr darauf bekannt – aus Rücksicht auf die Queen aber nicht in die Öffentlichkeit getragen. Margaret Thatcher tat dies 15 Jahre später.
By the end of 1979, Sir Anthony Frederick Blunt was no longer Sir. The reason can be traced back to Cambridge where he was a student – and a member of a secret circle of men who were young and ardent advocates of Communism. Later they became known as the Cambridge Five. The first of them was exposed in 1951, the second one a year later. By this time, Blunt was professor of Art History and Adviser for the Queen’s Pictures and Drawings. He was in charge of managing the Royal Family's collection of paintings. His focus was on French and Italian art, especially Poussin. In 1963, the third member of the Cambridge Five was uncovered. Like the others, he had sought refuge in Moscow. Blunt’s secret identity became known the year after, but it was not publicly revealed to avoid damage to the Queen. It took another 15 years for Margaret Thatcher to publicise it.
Mit Texten von Stephanie Tasch, Denise van de Beek und Jan Wenzel
Ulrike Grossarth:
Stoffe aus Lublin / Bławatne z Lublina / Fabrics from Lublin
- 160 Seiten, dreisprachig (polnisch, deutsch, englisch)
- Gestaltung: Pascal Storz
- Hg. Kathrin Krahl, Christiane Mennicke-Schwarz, Silke Wagler für den Kunstfonds/Staatliche Kunstsammlungen Dresden und das Kunsthaus Dresden
- Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-16-5
- 26.00 €
Der Katalog »Stoffe aus Lublin / Bławatne z Lublina« stellt Ulrike Grossarths künstlerische Auseinandersetzung mit der polnisch-jüdischen Geschichte Lublins vor. Ihr Ausgangspunkt war jene Fotoserie, die Stefan Kiełsznia Mitte der 1930er Jahre im jüdischen Viertel von Lublin aufgenommen hatte. Ulrike Grossarth begegneten diesen Aufnahmen erstmals 2006. In den letzten Jahren hat sie diesem historischen Bildkonvolut einen ganzen Werkkomplex gewidmet. In ihrer Malerei, wie auch in räumlichen Arbeiten und zeichnerischen Projektionen nimmt Ulrike Grossarth eine vorsichtige Transformation des historischen Fotomaterials vor. Aus den Fotografien herausgegriffene Details, darunter vor allem Motive von Werbetafeln für Stoffe, Textilien und Alltagsgerät, die die Straßenszenen bestimmen, werden zu abstrakten Emblemen, aber auch zu gegenständlichen Verweisen auf eine lebendige Kultur und Gesellschaft verwandelt, deren Abwesenheit als Leerstelle bis heute fortwirkt. „Die Herstellung von Kunstwerken ist für mich sekundär, was mich interessiert, ist, tatsächlich erfahrbare, verfügbare und radikale, anschauliche Denkräume zu generieren,“ beschreibt Ulrike Grossarth ihren künstlerischen Ansatz. Großformatige Farbabbildungen aller Arbeiten und Raumsituationen der Ausstellung im Kunsthaus Dresden sowie fundierte kunsthistorische Aufsätze von Karoline Feyertag und Astrid Schmetterling und ein Interview der Künstlerin mit den Kuratorinnen der Dresdner Ausstellung stellen die eindrucksvolle ästhetische Praxis Ulrike Grossarths vor – ihre Arbeit an den »Grundlagen einer Kultur des Lebendigen«.
The catalogue »Stoffe aus Lublin / Bławatne z Lublina / Fabrics from Lublin« presents Ulrike Grossarth’s artistic examination of the Polish-Jewish history of Lublin. Her starting point is the photo series recorded by Stefan Kiełsznia in the mid-1930s in the Jewish quarter of Lublin. Ulrike Grossarth first came across these photographs in 2006. During the last couple of years she has devoted an entire body of work to this historical collection of images. In her paintings, as in her spatial works and drawn animations, Ulrike Grossarth conducts a subtle transformation of the historical photographical material. Details taken from the images, among them most notably motives of the billboards for fabrics, textiles, and everyday appliances that dominate the street scenes, become abstract emblems, or are transformed into objective indices of a lively culture and society, whose absence continues to persist as a vacancy until today. As Ulrike Grossarth explains her approach: »The production of artworks is secondary for me; I am interested in generating truly experienceable, accessible and radically visual spaces of thought«
Stefan Kiełsznia:
Ulica Nowa 3
Zdjęcia lubelskiej dzielnicy żydowskiej z lat 30, wydawca Ulrike Grossarth/Straßenfotografien aus dem jüdischen Viertel von Lublin in den 1930er Jahren, herausgegeben von Ulrike Grossarth/Street Photographs of the Jewish Quarter of Lublin in the 1930s
- 232 Seiten, dreisprachig (polnisch, deutsch, englisch)
- Gestaltung: Pascal Storz
- Hg. von Ulrike Grossarth für den Kunstfonds/Staatliche Kunstsammlungen Dresden und das Kunsthaus Dresden
- Leipzig 2011
- ISBN: 978-940064-15-8
- 35.00 €
Mitte der 1930er Jahre nahm der polnische Fotograf Stefan Kiełsznia fünf Straßen im jüdischen Viertel von Lublin auf. Er lichtete die Straßenzüge Haus für Haus ab, jeweils die unteren Geschosse mit den kleinen Bars, Läden und Handwerkerstuben. Man sieht auf Kiełsznias detailreichen Aufnahmen die Auslagen der Geschäfte und die handgemalten Werbetafeln über den Ladentüren; man erkennt die Gesichter der vorbei eilenden Menschen, ihre Kleidung, ihre Körperhaltung, ihre Bewegungen. Es ist der lebendige Alltag selbst, der hier in all seinen Einzelheiten präsent ist und die besondere Atmosphäre jedes der Bilder begründet. Das macht Kiełsznias Fotoserie zu einer einzigartigen Quelle, die über das polnisch-jüdische Leben in Lublin wenige Jahre vor dem Holocaust Auskunft gibt. Die Publikation »Ulica Nowa 3«, die auf Initiative der Künstlerin Ulrike Grossarth entstand, ist ein Katalog zum bekannten Gesamtbestand dieser Fotografien. Erstmals werden hier alle 145 überlieferten Aufnahmen aus Stefan Kiełsznias Straßenserie in gedruckter Form zugänglich gemacht. Essays zur fotohistorischen Einordung dieser Aufnahmen sowie zur jahrhundertelangen jüdischen Geschichte Lublins ermöglichen dem Betrachter mehr über den Entstehungskontext der Fotografien und über den »festgehaltenen Alltags« in ihnen zu erfahren.
In the mid-1930s, the Polish photographer Stefan Kiełsznia recorded five streets in the Jewish quarter of Lublin. He recorded the streets house by house, each time photographing the lower storeys with their small bars, stores and workshops. Kiełsznia’s detailed images show the window displays and the hand-painted billboards above the shop entrances; they show the faces of the people hurrying past, their clothes, their postures, their movements. It is the animate everyday itself that is present here in all its particularities and that constitutes the special atmosphere of each image. This is why Kiełsznia’s photo series is such a unique source of the Polish-Jewish life in Lublin only few years before the Holocaust. The publication »Ulica Nowa 3« originated as an initiative of the artist Ulrike Grossarth and constitutes a catalogue of the entire known inventory of the photographs. For the first time, all 145 existing images from Stefan Kiełsznia’s street series are made available in printed form. Essays on the photo-historical classification of these pictures as well as on the Jewish history of Lublin over the centuries allow the viewer to learn more about the context of the photographs’ origin and the »record of the everyday« which they offer.
Ausgezeichnet beim Wettbewerb SCHÖNSTE SCHWEIZER BÜCHER 2011
Carsten Nicolai:
Pionier
- 48 Seiten, englisch
- Gestaltung: Studio Carsten Nicolai
- Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-23-3
- 14.00 €
»Every work in this book ascends from a certain state of affairs, a certain knowledge in the system of coordinates: it's the speed of light, the interaction of forces, the functioning of magnetic fields and heat waves, the accumulation and dissolving of particles. This is the plane of reference which actualizes chaos, puts it into the system of numerical and countable multiplicities. However, the most important thing is that these works take the actual state of affairs, the numerical multiplicities as the starting point and transform them into virtual intensive multiplicities.«
Audronė Žukauskaitė in her text »The Art of the Virtual: Carsten Nicolais Pionier«
Jens Liebchen:
つくば – 成田 2011/03/13 TSUKUBA– NARITA
With an essay by Christoph Schaden
- 168 Seiten, englisch/japanisch
- Auflage: 500
- Gestaltung: Müller & Wesse
- Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-24-0
- 32.00 €
I left Japan two days after the quake. The situation was unclear. Information from Japanese and Western media differed to a great extent. The bus to Narita left on time, as usual.
J. L.
The present volume brings together 80 images. Tsukuba–Narita 2011/03/13, the title says. A date is given and two Japanese locations are named that supposedly mark the beginning and end of the precipitous bus ride that took place early one Sunday morning in the spring of 2011. It is here that the images originated, the words tell us. The sun had been shining and the bus is said to have left on time. ”On time, as usual.“ The destination—Narita International Airport outside of Tokyo—was reached. No reason to be alarmed. Though the media—if you recall—issued one unsettling report after another. ”Brutal images“, as they themselves called them.
"How are we read today?—the images ask in a hushed tone. How will you perceive us tomorrow? And what will be recognized in us?" Christoph Schaden
LIGNA:
An Alle! Radio Theater Stadt
Herausgegeben von Anne König und Paul Feigelfeld in Zusammenarbeit mit LIGNA
- 204 Seiten
- Gestaltung und Typografie: Till Gathmann
- Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-06-6
- 24.00 €
LIGNA hat sich 1997 im Freien Sender Kombinat Hamburg zusammengefunden und lädt seitdem in der Rundfunksendung Lignas Music Box HörerInnen ein, mittels Telefon ihre Musik von zu Hause über den Äther auszustrahlen. International bekannt wurden die Radiokünstler Ole Frahm, Michael Hüners und Torsten Michaelsen durch das Radioballett – eine Art des öffentlichen Radiohörens, bei dem die TeilnehmerInnen bestimmte aus dem öffentlichen Raum ausgeschlossene oder verbotene Gesten ausführen. Mit zahlreichen performativen Interventionen hat LIGNA in den vergangenen Jahren im Radio, im Stadtraum und im Theater ihre politische Ästhetik weiterentwickelt. Die Publikation LIGNA An Alle! Radio, Theater, Stadt versammelt erstmals eine Auswahl der Produktionstexte und theoretischen Überlegungen, die LIGNA als Teil ihrer Praxis begreift.
„Die hier abgedruckten Texte verstehen sich aber kaum als fertige Kunstwerke, vergleichbar etwa der Schriftform von Hörspielen oder Dramen. Vielmehr wollen sie gelesen sein als Entwürfe einer Praxis, die sich selbst reflektiert und Diskurse über die Möglichkeiten von Radioarbeit in Gang setzt. Daher sind sie vor allem als Versuche zu begreifen, offen für einen Gebrauch, durch den sie immer wieder neu getestet und auch verändert werden können.“ (Patrick Primavesi)
Christian Hiller, Stephan Müller, Philipp Oswalt (Hg.):
Kurt Kranz: Die Programmierung des Schönen
- Eine Mappe mit 16 Tafel
- Auflage: 700
- Gestaltung: Müller & Wesse
- Dessau / Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-11-0
- 35.00 €
Die Stiftung Bauhaus Dessau widmet dem beeindruckenden Werk des Künstlers, Grafikers und Experimentalfilmers Kurt Kranz, der von 1930 bis 1932 am Dessauer Bauhaus studierte, eine umfassende Ausstellung. Ein einzigartiges Oeuvre serieller Arbeiten machte Kranz, der in diesem Jahr einhundert Jahre alt geworden wäre, zu einem Pionier der generativen und multiplen Kunst der 60er Jahre. Am Bauhaus hatte Kranz bei Lehrern wie László Moholy-Nagy, Josef Albers, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Walter Peterhans und Joost Schmidt studiert. Ihr experimenteller Unterricht prägte ihn nachhaltig. „Die Programmierung des Schönen“ - der Titel dieser Mappe mit 16 großformatigen Tafeln - ist dem gleichnamigen Buch Max Benses entlehnt, in dem der Philosoph und Begründer der informationstheoretischen Ästetik über programmierte Computer-Grafik schrieb. Kurt Kranz war mit ihm befreundet. Max Bense sah im Schaffen von Kranz den „pädagogischen Effekt“ als herausragende Strategie „also die Erziehung zur freien, aber bewussten Selektion der Mittel, dem eigentlichen Kern der schöpferischen Aktion.“
Kurt Kranz:
schwarz : weiß/weiß : schwarz
- 80 Seiten
- Auflage: 900 (Paperback)
- Gestaltung: Müller & Wesse
- Dessau / Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-20-2
- 8.00 €
auf 100 Exemplare limitierte, leinengebundene Ausgabe
ISBN: 978-3-940064-21-9
35.00 €
Die Formreihe „schwarz : weiß/weiß : schwarz“ (1928/29) entwickelt Kurt Kranz im Alter von 18 Jahren – während seiner Lithografenlehre. An den vierzig Tuschezeichnungen arbeitet er mit Ziehfeder, Zirkel und Eisenwinkel. Er zeigt das Ergebnis László Moholy-Nagy bei einem Vortrag in Bielefeld und erhält von ihm daraufhin die Empfehlung ans Bauhaus Dessau. In „schwarz : weiß/weiß : schwarz“ ist bereits eine zentrale künstlerische Strategie von Kurt Kranz sichtbar: die Arbeit mit Serien, Variationen und Transformationen. Anfang der 1930er Jahre plant Wassily Kandinsky die Arbeit zu verlegen – das Vorhaben scheitert jedoch aufgrund der Weltwirtschaftskrise. 1972 setzt Kranz die Formreihe als Experimentalfilm um. Die vorliegende Publikation ist eine Reproduktion des 1929 gebundenen Buchunikats.
schwarz : weiß/weiß : schwarz [black : white/white : black] Kurt Kranz developed the form series “schwarz : weiß/weiß : schwarz” (1928/29) at the age of 18 during his lithography apprenticeship. He created the forty ink drawings with a drawing pen, compass and angle iron. At a lecture in Bielefeld he showed the work to László Moholy-Nagy who then supported Kranz’s application to Bauhaus Dessau. One of Kurt Kranz’s central artistic strategies is already visible in “schwarz : weiß/ weiß : schwarz”, working with series, variations and transformations. In the early 1930s Wassily Kandinsky planned to publish this work, but the Great Depression prevented it. In 1972 Kranz realized the form series as an experimental film. This publication is a reproduction of the only bound copy of the work from 1929.
Waldemar Cordeiro and Franz Mon
- 48 pages
- Gestaltung: HIT Berlin/ London
- Ed. Tobi Maier
- Leipzig / New York 2011
- ISBN: 978-3-940064-19-6
- 10.00 €
The publication presents selected works from two pioneers of Concrete Art and Poetry, Waldemar Cordeiro (1925-1973) from Brazil and Franz Mon (1926) from Germany. The exhibited pieces reach from the mid-1960’s to the present and combine sculpture, collage, and computer printouts with typewriter text and sound work. With a mutual interest in the deconstruction of the photographic image, language and typography, the work of both artists oftentimes follows rigid concepts. Attributes of Concrete Art such as the structural focus on materials and processes, the appropriation of constructivist language, and the search for the general reduction of expressive means emanate from their practice. Logic and rationality became a founding principle of The Ruptura Group, which Cordeiro was involved with in the São Paulo of the 1950’s. Similar characteristics can also be found in the work of Mon who says that “Concrete Poetry for me is poetry of principles, there is a principle you invent and then you carry that through, whatever happens.” Differences and analogies epitomize the engaged and experimental approach to art that reflects the two artists interest in the development of technology, politics and civil society during the second half of the XX and the early XXI century.
Published by Spector Books and MINI / Goethe-Institut Curatorial Residencies Ludlow 38
Davide Cascio:
E.N.
- 128 Seiten englisch
- Gestaltung: Pascal Storz
- Herausgegeben von Egija Inzule
- Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-10-3
- 20.00 €
“Gusto Gräser refused to live in a hut and was against the use of money. For stretches he would live in the niche of a church or in a small grotto, always seeking a brave woman to live with him there.”
Antje von Graevenitz, For Light and Air: Self-Determination on Monte Verità, 2008.
As an expanded system of footnotes to the works by Davide Cascio, the catalogue collects texts and images which circle around the idea of esprit nouveau thinking. In his essay Francesco Pedraglio explains the methodology of Davide Cascio’s frail dialectic between potential future utopias and past artistic phenomena. Additional essays by Annette Amberg and Luigi Fassi mention the programmatic magazine L'Esprit Nouveau founded by Le Corbusier in 1918, the pavilion constructed by Le Corbusier in 1925 for the International Exhibition of Decorative Arts in Paris and Le Cabanon: Le Corbusier's summer cabin, a tiny bolthole built in the south of France in 1952 for his wife. Antje von Graevenitz discuss the architecture of Monte Verita, while Vita Banga relates how the Latvian modernist architect Marta Stana turned the summer house into a kind of functional escape from the confining ideological borders of the Soviet regime in Latvia in the 1960s. A visual essay by Davide Cascio goes along with the texts.
Michael Höpfner:
Outpost of Progress
- 104 Seiten
- Gestaltung: Helmut Völter
- Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-14-1
- 24.00 €
Bereits erschienen
bauhaus. Zeitschrift der Stiftung Bauhaus Dessau
Ausgabe 1 / März 2011
- 148 Seiten, deutsch/ englisch
- Gestaltung: novamondo
- Dessau / Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-18-9
- 8.00 €
Nach 80 Jahren wieder im Umlauf: bauhaus – die neue Zeitschrift der Stiftung Bauhaus Dessau. Neues aus der Bauhauswelt, Essays, Interviews und mehr. Als im Dezember 1926 das Bauhausgebäude in Dessau eröffnet wurde, erschien zum ersten Mal die Zeitschrift bauhaus. Sie berichtete (mit Unterbrechungen) vierteljährlich über das Dessauer Geschehen und über wichtige Tendenzen der Moderne. Gezeichnet waren die Artikel mit Namen wie Walter Gropius, László Moholy-Nagy, Paul Klee, Wassily Kandinsky und Marcel Breuer – streitbare Geister, die hier ihre Positionen verfochten. Die letzte Ausgabe der Zeitschrift kam 1931 auf den Markt.
80 Jahre später gibt die Stiftung Bauhaus Dessau eine neue Zeitschrift unter dem alten Namen heraus. Dabei geht es nicht darum, eine eine abgebrochene Tradition wiederzubeleben und sich deren Fortsetzung anzumaßen. Sondern aus der Gegenwart einer Institution zu berichten, die am selben Ort arbeitet, an dem das historische Experiment Bauhaus stattgefunden hatte: dem Bauhausgebäude in Dessau. Halbjährlich wird die neue Zeitschrift bauhaus von nun an den Blick auf die Arbeit zwischen historischem Erbe, aktueller Weiterentwicklung und einem lebendigen geistigen Umfeld richten. Schwerpunktthema der ersten Ausgabe ist die Rolle des Künstlers – am und nach dem Bauhaus; mit Beiträgen von Olaf Nicolai, Philipp Oswalt, Matthias Sauerbruch, Christina Tilmann und anderen.
Der Abopreis in Deutschland beträgt 15 Euro (inkl. Porto) für das Jahresabo (2 Hefte).
Olaf Nicolai:
Faites le travail qu'accomplit le soleil
deutsche Fassung
- 48 Seiten
- Gestaltung: HIT London/ Berlin
- Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-02-8
- 28.00 €
Die Publikation »Faites le travail qu'accomplit le soleil« erschien anläßlich der Ausstellung von Olaf Nicolai in der kestnergesellschaft Hannover. Sie übersetzt die Themen und das Formvokabular der Ausstellung in den Raum des Buches: Ein Rundgang durch die Ausstellung als Comic. Essays zu den Arbeiten von Olaf Nicolai von Anne von der Heiden und Hans-Hagen Hildebrandt, Monika Szewczyk und Marc Ries.
Olaf Nicolai:
Faites le travail qu'accomplit le soleil
englische Fassung
- 48 Seiten
- Gestaltung: HIT London/ Berlin
- Leipzig 2011
- ISBN: 978-3-940064-13-4
- 28.00 €
Die Publikation »Faites le travail qu'accomplit le soleil« erschien anläßlich der Ausstellung von Olaf Nicolai in der kestnergesellschaft Hannover. Sie übersetzt die Themen und das Formvokabular der Ausstellung in den Raum des Buches: Ein Rundgang durch die Ausstellung als Comic. Essays zu den Arbeiten von Olaf Nicolai von Anne von der Heiden und Hans-Hagen Hildebrandt, Monika Szewczyk und Marc Ries.
Welt in der Hand. Zur globalen Alltagskultur des Mobiltelefons /
The World in Your Hand. On the Everyday Global Culture of the Mobile Phone
Herausgeber:
Miya Yoshida, Christiane Mennicke-Schwarz, Paul Feigelfeld und Jan Wenzel
- 520 Seiten
- Gestaltung: Jakob Kirch und Pascal Storz
- Leipzig 2010
- ISBN: 978-3-940064-96-7
- 22.00 €
Kaum eine technologische Innovation der vergangenen Jahrzehnte hat ähnlich mühelos und binnen weniger Jahre so massenhafte Verbreitung gefunden und dabei derart umfassend von unserem Alltag Besitz ergriffen wie das tragbare Telefon. Als Kamera, Walkman, Organizer, Navigationsgerät und Briefkasten für private wie gewerbliche Nachrichten stellt das Handy die persönliche Verbundenheit mit der Welt nicht nur in ihrem wohlhabenden Teil her. Das Mobiltelefon erobert urbane öffentliche, private und gewerbliche Räume und lässt diese ineinander fließen, sein Gebrauch verändert grundsätzlich kulturelle Codes und greift konstruktiv in soziale Gefüge ein.
Over the past decades, almost no other technological innovation has been able to find such widespread dissemination so easily, or so rapidly, nor take such all-embracing possession of our daily lives, as the portable telephone. As camera, Walkman, organizer, navigating device, and post box for private and business messages, the mobile phone does not only represent a connection to the world for the affluent parts of the planet the cell phone conquers public urban spaces as well commercial ones and dissolves previous borders between them. Its use causes fundamental shifts in cultural codes and intervenes in social textures.
Mit Beiträgen aus Kultur- und Medienwissenschaften, Philosophie, Soziologie und Kunst / With essays from the fields of cultural and media studies, philosophy, sociology and art: Olaf Arndt, Günter Burkart, Kenichi Fujimoto, Dominic Johnson, Christiane Mennicke-Schwarz, Sadie Plant, Paul Feigelfeld & Jan Wenzel, Miya Yoshida
Peggy Buth:
Katalog. Desire in Represention
- 240 Seiten
- Gestaltung: Peggy Buth und Till Gathmann
- Leipzig 2010
- ISBN: 978-3-940064-09-7
- 36.00 €
In der Werkgruppe "Desire in Representation" untersucht die Künstlerin Peggy Buth kolonialistische Bedeutungs- und Identitätskonstruktionen. Für ihre Arbeit fotografierte und recherchierte sie im Museé royal d'Afrique centrale in Tervuren bei Brüssel. In Kooperation mit dem Buchgestalter und Typografen Till Gathmann entstand im Jahr 2008 das zweibändige Künstlerbuch "Desire in Representation. Travelling through the Museum Royale (Part 1) / O My Kalulu! (Part (2)". In der Ausstellung im Württembergischen Kunstverein übersetzte Peggy Buth diese Bucharbeit in eine multimediale Installation. Im Anschluss an die Ausstellung entstand das Buch "Katalog", das die Raumsituationen der Ausstellung und die dort gezeigten Video- und Audioarbeiten adäquat im Medium Buch dokumentiert und das künstlerische Material so in seinen Repräsentationsformen katalogisiert.
Ausgezeichnet im Wettbewerb »Die schönsten deutschen Bücher 2010« der Stiftung Buchkunst
Julia Schmidt :
PRACTICES PROCEDURES FLOWS REVERSALS
- 160 Seiten
- Gestaltung Markus Dreßen und Julia Schmidt
- Leipzig 2010
- ISBN: 978-3-940064-08-0
- 36.00 €
Arthur Zalewski:
Somebody's Got to Do It
- 80 Seiten
- Konzept und Gestaltung Arthur Zalewski zusammen
mit Markus Dreßen und Vera Maria Kaspar - Leipzig 2010
- ISBN: 978-3-940064-07-3
- 22.00 €
Jemand muss es tun. Dokumentarische Fotografie der ukrainischen Gegenwart - schwarz-weiss, mit journalistischem Gestus, Stadt, Fashion, Öffentlichkeit und Architektur. In Kiev scheint die Sonne, junge Leute sitzen auf den Stufen unter Monumenten aus einer anderen Zeit und blättern in Lifestyle-Magazinen. Ein muskulöser Mann in Anzug mit dem Glanz der Konventionalität hat einen Knopf im Ohr, die Aufpasser vernetzen sich mit dubiosen Schaltzentralen und kein Anhaltspunkt für eine tatsächliche Bedrohung ist auszumachen.
Maya Schweizer:
Die selbe Geschichte an einem anderen Ort / The Same Story Elsewhere
- Gestaltung: HIT London/Berlin
- Leipzig 2010
- ISBN: 978-3-940064-97-4
- 22.00 €
Die Künstlerin Maya Schweizer arbeitet an neuen audiovisuellen Erzählweisen, an Formen der Bild-Text-Montage, die YouTube näher stehen als dem Kino. Ausgangspunkt sind meist alltägliche Situationen, die sie mit gefundenen und erfundenen Texten kombiniert. »Ich denke, dass in kleinen, oft auch persönlichen Handlungen auf der Straße gesellschaftliche Zustände ablesbar sind. Ich versuche, die Erzählungen in ihrer Divergenz ernst zu nehmen und mit meinen Projektionen abzugleichen«, beschreibt Maya Schweizer ihren künstlerischen Ansatz.
Sechs ihrer Videoarbeiten werden in »Die selbe Geschichte an einem anderen Ort« ausführlich kommentiert: Madeleine Bernstorff, Margit Czenki, Joerg Franzbecker, Nanna Heidenreich, Marcel Odenbach und Ulrich Peltzer erzählen von ihren Eindrücken und Assoziationen und machen durch ihre Reflexionen die Bewegtbilder der Videos im Medium Buch nachvollziehbar. Essays von Sabeth Buchmann und Katja Schroder verorten Maya Schweizers künstlerische Arbeit an der Schnittstelle von Kunst und Film, Dokumentarismus und Fiktion.
Die Publikation »Maya Schweizer: Die selbe Geschichte an einem anderen Ort, weitererzählt, verstreut, fragmentiert, täglich, rückwärts und wieder von vorn« gibt einen ersten Überblick über die Arbeiten der in Frankreich aufgewachsenen und heute in Berlin lebenden Künstlerin. Sie erscheint anlässlich der Ausstellung » La même histoire ailleurs« im Westfälischen Kunstverein, die vom 4. September bis 24. Oktober 2010 in Münster gezeigt wird.
Nina Könnemann:
Free Mumia
Mit einem Essay von Katha Schulte
- 48 Seiten, Texte in deutsch/englisch
- Auflage: 500
- Gestaltung: HIT Berlin/London und Nina Könnemann
- Frankfurt / Leipzig 2010
- ISBN: 978-3-940064-04-2
- 14.00 €
Was genau suchen Leute an Ferienorten, wo ihr Erspartes für den Jahresurlaub draufgeht? Was wollen sie dort? Es könnte um angenehme Gefühle gehen, außergewöhnliche Sensationen, zweckfreies Handeln, die Entbindung von Pflicht und Unterordnung, das Erleben von Freiheit oder dem, was dafür ausgegeben wird. Es ist möglich, einen verrückten Hut zu erwerben. Ein erfolgreich erworbener verrückter Hut ist in Blackpool, England, eine Exzentrizität, mit der man nicht allein dasteht. Es ist der außerordentlichste Hut, einer, den niemand sich vorher hätte ausdenken können, und doch tragen ihn in dem Augenblick, wo jemand ihn zu seinem ganz besonderen verrückten Hut erklärt, bereits alle. Niemand kann den genauen Zeitpunkt benennen, in dem der beliebige verrückte Hut zu der Mode geworden ist, als welche ihn jetzt alle tragen. Das wäre ein Fall für Mass-Observation. Letztes Jahr war der verrückte Hut eine mannsgroße Krabbe aus Plüsch, die man sich auf den Rücken schnallte, genauer: die sich am Samstagabend alle auf ihre Rücken schnallten. Dieses Jahr ist es ein orangefarbener Kegel aus Stoff mit weißem Querstreifen, wie jene Plastikhüte, mit denen man Unfallstellen markiert. Also Hut und Hinweiszeichen zugleich. Seht her: ein Hut!
Ausschnitt aus Katha Schultes: “These delight to stand and stare” — Mass-Observation in Blackpool, Lancashire
Der Essay ist Teil dieser Publikation.
Das Buch ist anlässlich Nina Könnemanns Ausstellung „Free Mumia“, 2009 im Portikus, Frankfurt am Main erschienen. Herausgeberin ist Melanie Ohnemus, Kuratorin am Portikus.
Olaf Nicolai:
ZABRISKIE POINT
- 80 Seiten
- Auflage: 500
- Cover-Design: Markus Dreßen
- Leipzig 2010
- ISBN: 978-3-940064-92-9
- 28.00 €
»Olaf Nicolai präsentiert 80 Fotografien, die den vom Blitzlicht seiner Kamera erhellten Boden vor seinen Füßen zeigen. So markiert der in der Dunkelheit kaum Sehende seinen Weg mit den kurzen Lichtblitzen eines Fotoapparates, als er sich durch das Death Valley vorantastet. Sie erleuchten jeweils wenige Zentimeter Boden, ein winziges Detail der Landschaft, deren Wüstencharakter, die Lebensfeindlichkeit ihrer brennenden Hitze und des gleißenden Tageslichts bekannt ist. Die Fotos weisen vor allem auf das unheimliche Dunkel der Nacht hin, die kein künstliches Licht erhellt.« (Anne von der Heiden)
Wolfgang Fetz und Maik Schlüter (Hg.):
Noir Complex
- 60 Seiten
- Gestaltung: HIT London/ Berlin
- Leipzig 2010
- ISBN: 978-3-940064-03-5
- 12.00 €
Der amerikanische Schriftsteller James Ellroy zitiert 1993 in einem autobiografisch gefärbten Prosastück C.G. Jung: »Was nicht ins Bewusstsein gebracht wird, kommt als Schicksal auf uns zu.« Das ist Noir: der Spannungsbogen, der zwischen Determination und Analyse, Instruktion und Destruktion, Verstrickung und Ausweg entsteht. C.G. Jungs Diktum lässt sich präzise fassen: Der Aufgabe, das eigene Lebensrätsel zu lösen, entgeht niemand. Wer sich den Tatsachen heute nicht stellt, wird früher oder später vom Echo der Vergangenheit eingeholt. Das eigene Schicksal wird zum Fixstern. Die Dispositionen der Biografie werden zum Zwang. Egoismus ohne Ausweg. Schicksal und Tiefenpsychologie, Zufall und Bestimmung ergeben im Sinne der Noir-Logik immer nur: Aufbegehren und Scheitern. Lemmy Caution in Alphaville: »Man versteht nichts und am Ende stirbt man daran.« – Aus dem begleitenden Text "noir complex/complex noir"von Maik Schlüter.
Mit Fotografien von Andreas Schulze, Clare Strand, David Deutsch, Amy Patton, Caroline Hake, Marco Poloni, Jerry Berndt, Charles Gaines, Laura Bielau.
Markus Dreßen, Lina Grumm, Anne König and Jan Wenzel:
Liner Notes. Conversations about Making Books. i.e. Leipzig
- 224 pages
- Designed by: Markus Dreßen, Lina Grumm
- Translated by: Jan Caspers
- Leipzig 2010
- ISBN: 978-940064-84-4
- 10.00 €
FOOTNOTES TO ONE'S OWN PRODUCTION --- In Liner Notes we introduce a number of books produced in recent years by book designers who had studied at the Leipzig Academy of Visual Arts. However we weren't attempting to identify commonalities between these designers or the foundations of a 'school', but rather the very different approaches and attitudes which are evident in their work. However, the definition 'in their work' is rather misleading, because two of the editors, Markus Dreßen and Lina Grumm, had themselves studied book art and graphic design at the Academy of Visual Arts Leipzig while the other two, Anne König and Jan Wenzel, were involved in several of the publications as authors. Thus Liner Notes is also about our own books and the communicative networks in and around the Academy of Visual Arts in which we participate ourselves.
ALIENATING EFFECTS --- How to talk about your own work? What would be an appropriate mode to rigorously avoid the obtrusive, marketing-like appearance all too prevalent in many self-presentations? Which aesthetic attitude would allow you to observe yourself from a playful distance? In Bertolt Brecht's 'Lehrstücken' [Learning Plays], especially in the Messingkauf Dialogues [Buying Brass] which spell out his theory of drama, we discovered performative models which could make our own positions and those of others visible. We liked Brecht's experimental setting which allegorised everyday speech and behaviour. We liked this gestural form of contradiction and affirmation, of exposure and concealment, of simplification and completion, because it allows the portrayal of a highly complex self-concept.
Lina Grumm:
Sylv. Lor. Bel-Air
- 68 Seiten, Texte in deutsch/englisch
- Auflage: 100
- Leipzig 2010
- ISBN: 978-3-940064-98-1
- 8.00 €
Nicola Reiter:
Positio
- Gestaltung: Nicola Reiter
- Leipzig 2009
- ISBN: 978-3-940064-88-2
- 34.00 €
Im Juni 2003 wurde in der Allgäuer Gemeinde Durach ein über hundert Jahre altes Buch mit dem Titel »Heiligen-Legende« gefunden. Lose und ohne eine erkennbare Ordnung befand sich zwischen den Seiten des Buches eine Sammlung von Zetteln, privaten Fotografien, Zeitungsausschnitten,Todesanzeigen und christlichen Drucksachen. Das Buch hatte der Bäuerin Walburga Wiedemann gehört. Nicola Reiter nahm es vierzig Jahre nach dem Tod der Bäuerin als Ausgangspunkt für eine eigene Recherche. Akribisch sicherte sie die eingelegten Fundstücke und befragte Dorfbewohner und Verwandte nach der Bedeutung dieser wenigen, oft etwas rätselhaften Spuren eines fremden Lebens. Auf diese Weise erfuhr sie einiges über den Dorfalltag im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit. Nicola Reiters »Positio« ist ein Spiel mit Rollen und Formaten, ihre Buchgestaltung ist integraler Bestandteil der Erzählung. Von Außen wirkt »Positio« wie ein Dossier oder eine Akte. Dieser amtliche Duktus setzt sich auch im Inneren fort: Die grün umrandeten Seiten erscheinen wie Vordrucke und die Typografie lässt an maschinengeschriebene Archivdokumente denken. Gerade aus dieser Kargheit aber gewinnt Nicola Reiters »Recherche anhand eines gefundenen Buches« ihre poetische Dichte.
Christoph Schäfer:
Die Stadt ist unsere Fabrik. / The City is Our Factory.
- 304 Seiten, 150 Zeichnungen, deutsch / english
- Gestaltung: Ina Kwon
- Leipzig 2010
- ISBN: 978-3-940064-95-0
- 28.00 €
"Die Stadt ist unsere Fabrik" ist ein Bildessay in 158 Zeichnungen. Der Hamburger Künstler Christoph Schäfer erzählt in sechs Kapiteln eine rhizomatische Geschichte des Urbanen: vom Ur-Schlamm bis zur »Recht auf Stadt«-Bewegung in Hamburg 2009.
Mit dem Aquarellstift zeichnet er die Begriffslandschaften Henri Lefebvres nach, jene "Die Revolution der Städte", die der französische Philosoph in den 1970er Jahren heraufziehen sah. Im postindustriellen Zeitalter, so die These, wird die Stadt selbst zum zentralen Produktionsort.
Im urbanen Gewebe spielen Subkulturen, KünstlerInnen, Designer heute eine bedeutende Rolle: als Produzenten von kollektiven Räumen, als Erfinder von Orten des Begehrens. In einer Gesellschaft, in der Leidenschaft und Arbeit, Privatheit und Professionalität zunehmend schwieriger zu unterscheiden sind, wird der Kampf um die Stadt zu einem Kampf um die Produktionsmittel -- zu einem Kampf um das Recht auf Stadt. -- Zu was aber, fragt Christoph Schäfer, könnte ein Produzieren zwischen Latte Macchiato und Selbstorganisation in Zukunft führen? Welche Alternativen lassen sich zum neoliberalen Urbanisierungsmodell entwickeln, das fortgesetzt schwarze Löcher produziert: Finanzkrisen, verschüttete Stadtarchive, Marketing-Idiotismen? -- Ein riesiger, singender Pitbull gibt in "Die Stadt ist unsere Fabrik" die Antwort: "Señoras y Señores! - die Städte der Multitude werden Orte der Leidenschaft sein oder, Ladies and Gentlemen -- sie werden nichts sein!"
Content:
Lefebvre 4 Kids
Der angeeignete Raum / Appropriated Space
1979: Grande Latte - Die Stadt ist unsere Betriebskantine
The City is Our Canteen
Schwarze Löcher / Black Holes
Hamburg: Die "Wachsende Stadt" mit Projekten umstellen /
Surrounding the "Growing City" with Projects
Der Abend den ich gerne als Film hätte /
The evening I would like to have on Film
Markus Dreßen, Lina Grumm, Anne König und Jan Wenzel:
Liner Notes. Gespräche über das Büchermachen, Leipzig z.B.
- 256 Seiten
- Gestaltung: Markus Dreßen und Lina Grumm
- Leipzig 2009
- ISBN: 978-3-940064-83-7
- 35.00 €
Mit dem Internet hat das Buch ein Gegenüber bekommen – so wie das Theater den Film als Gegenüber hat und die Malerei die Fotografie. Endlich ein Echo, ein Double, ein Widerpart - endlich zwei, möchte man sagen. Das, was Bücher ausmacht – ihre materielle Bestimmtheit durch Format, Bindung und die Haptik des Papiers ebenso wie ihre gestalterische Konkretisierung durch Schriftwahl und Seitenbild – tritt als Qualität heutzutage weitaus deutlicher hervor, gerade weil es so unterschiedliche Möglichkeiten gibt, Texte und Bilder in die Welt zu senden.
Den Ausgangspunkt für die Publikation »Liner Notes. Gespräche über das Büchermachen, Leipzig z.B.« bildete eine Anzahl Bücher, die in den vergangenen Jahren von Buchgestalterinnen und Buchgestaltern produziert wurden, die an an der Hochschule für Grafik und Buchkunst studiert haben. Die Herausgeber Markus Dreßen, Lina Grumm, Anne König und Jan Wenzel interessierte dabei nicht das Verbindende zwischen diesen BuchgestalterInnen, nicht die Konstruktion einer Schule, sondern die ganz unterschiedlichen Ansätze und Haltungen, die in den Büchern sichtbar werden.
Was heißt es, ein Buch zu gestalten? In fiktiven Dialogen und in Gesprächsprotokollen, in denen Buchgestalterinnen detailliert über den Entstehungsprozess eines ihrer Bücher sprechen, geht »Liner Notes« dieser Frage nach. Entstanden ist dabei eine Reflexion im Medium: Ein Buch, das aus Büchern gemacht ist und dessen Gebrauchswert darin liegt, Ideen für neue Bücher zu geben.
Die erste Auflage ist leider vergriffen –
Matthias Hamann:
Rauschen
- 32 Seiten
- Auflage: 500
- Gestaltung: Markus Dreßen und Matthias Hamann
- Leipzig 2009
- ISBN: 978-3-940064-01-1
- 12.00 €
Die Fotografien von Matthias Hamann werden vom 11.-25. Juli 2009 in der Galerie ASPN in Leipzig gezeigt.
Michaela Melián:
RÜCKSPIEGEL
- 72 Seiten
- Gestaltung: Keller Maurer Design mit Anja Gindele
- Leipzig 2009
- ISBN: 978-3-940064-91-2
- 12.00 €
Michaela Melián sprach mit Alexander Kluge, Edgar Reitz, Josef Anton Riedl, Hans-Jörg Wicha sowie Knurd Alsleben über die Multimedia-Arbeit VariaVision- Unendliche Fahrt, das Studio für elektronische Musik und die HfG Ulm.
Clemens von Wedemeyer:
Screenplay
- 64 Seiten, Texte in engl.
- Gestaltung: Till Gattmann
- Leipzig 2009
- ISBN: 978-3-940064-89-9
- 10.00 €
“The time has come to pose the question of the culture of cinematic language without reservation. It is important that everyone involved in film making expresses their views on this matter.” (S. Eisenstein)
It is no secret that Godard works without a script and makes up the actors’ lines on the set - at times much to their annoyance. The artist and film maker Clemens von Wedemeyer turns this approach on its head. In „Drehbuch/ Screenplay“ he develops a script for a film which exists on paper only. Within the context of a story line following the production of a film, it reflects on cinema in the form of a text montage from Arnheim to Zizek. In seven chapters von Wedemeyer gives a voice to the film production personnel from the cutter to the voice-over artist, the sound editor, the director’s assistent, the producer and even an audience member and the ice cream seller in the cinema, as they go about their cineastic work. Out of their mouths Truffaut, Hitchcock and Krakauer are speaking about the history of cinema.
The scenes switch with sharp cuts between theory and practice, between an imagined ideal of film production and the harsh reality of the cutting table, where the producer reads out his list of changes to the young auteur.
In the film script style of Guy Debord the assembled text in “Drehbuch/Screenplay” joins and separates the temporalities and (in-)visibilities of the scenes.
“Drehbuch/Script” is the blueprint for a film which comes to life exclusively in the head of the reader: „Cinema doesn’t get more beautiful than this!“ (An enthusiastic reader)
Clemens von Wedemeyer:
Drehbuch
- 64 Seiten, Texte in dt.
- Gestaltung: Till Gathmann
- Leipzig 2007
- ISBN: 978-3-940064-90-5
- 10.00 €
"Es ist an der Zeit, die Frage nach der Kultur der Kinosprache erneut in aller Schärfe zu stellen. Dass sich aus diesem Anlass alle Kinoschaffenden äußern, ist wichtig." (S. Eisenstein)
Es ist kein Geheimnis, dass Godard ohne Drehbuch arbeitet und erst am Set sich einen Text für die Schauspieler – manchmal sehr zu ihrem Unwillen – ausdenkt. Der Künstler und Filmemacher Clemens von Wedemeyer verkehrt diese Arbeitsweise ins Gegenteil. In „Drehbuch/ Screenplay“ entwickelt er ein Drehbuch für einen Film, der nur auf dem Papier existiert. Eingebettet in eine Handlung, bei der ein Film produziert wird, reflektiert es über das Kino in Form einer Textmontage von Arnheim bis Zizek. In sieben Kapiteln lässt von Wedemeyer das Filmpersonal vom Cutter, der Synchronsprecherin, dem Tonmeister, dem Regieassistenten, dem Produzenten einschließlich der Zuschauer und Eisverkäuferin im Kino während der cineastischen Arbeit zu Wort kommen. Aus ihrem Munde sprechen Truffaut, Hitchcock und Krakauer über die Geschichte des Kinos. In schnellen Schnitten wechseln die Szenen zwischen Theorie und Praxis, zwischen dem Wunsch, wie Filme gemacht werden könnten und der harten Realität am Schneidetisch, wo der Produzent mit einem Zettel in der Hand den jungen Autoren seine Änderungen diktiert. Ähnlich der Filmscript-Weise von Guy Debord trägt, verbindet und trennt der montierte Text in Drehbuch die Zeitlichkeiten und (Un-)Sichtbarkeiten der Szenen. „Drehbuch“ ist die Vorlage für einen Film, der allein im Kopf des Lesers entsteht: „Schöner kann Kino kaum sein!“ (Eine begeisterte Leserin)
Olaf Nicolai:
Constantin
- 28 Seiten + aufklappbare Karte, Texte in dt., engl. und frz.
- Gestaltung: Markus Dreßen
- Leipzig 2008
- ISBN: 978-3-940064-81-3
- 25.00 €
Olaf Nicolai:
Rodakis
- Poster + 8 seitiges Heft, Texte in engl. Sprache
- Gestaltung: Markus Dreßen
- Leipzig 2008
- ISBN: 978-3-940064-86-8
- 8.00 €
Lina Grumm:
A-Z / A=A (s. Identität)
- 196 Seiten, 136 Bildtafeln, Texte in dt. Sprache
- Gestaltung: Lina Grumm
- Leipzig 2008
- ISBN: 978-3-940064-85-1
- 45.00 €
Das Buch erhielt für seine konzeptuelle und gestalterische Qualität den Walter-Tiemann-Förderpreis 2008.
Tobias Zielony:
Trona. Armpit of America
- 32 Seiten (24 Seiten Fotos, 8 Seiten Text)
- Gestaltung: Pascal Storz
- Leipzig 2008
- ISBN: 978-3-940064-00-4
- 14.00 €
»Es kann auch sein, dass der Junge die Billardkugel nur so hält wie einen Dartpfeil. Es kann sein, dass er sie gar nicht werfen will, sondern nur anschielen. Und es kann sein, dass er das schon seit vielen, vielen Stunden tut. Leute, die auf dem gleichen Zeug sind wie er, sind auch imstande, mehrere Stunden am Stück an ihren Pickeln herumzudrücken, von denen sie allerdings oft auch beträchtliche Mengen haben. Wenn man nämlich ganz genau hinschaut, auf dem Foto von Tobias Zielony, dann kann man zwischen dem Ring mit den Brillies und der Kugel mit der Dreizehn das debile, greisenhafte Grinsen eines Jürgen-Vogel-Gebisses erkennen. Schwer zu sagen, ob man die Serie ›Trona-Armpit of America‹ wegen solcher Momente umwerfend beängstigend oder schon beängstigend umwerfend nennen muss. Der Berliner Fotograf ist in das heruntergekommene kalifornische Chemienest Trona gegangen, weil es ›possibly the worst place in America, if not the world‹ sei, wie es in einem Weblog hieß; und seine Bilder zeigen eine ganze Kleinstadt in der Hand von Produzenten, Dealern und Konsumenten eines kristallinen Stoffes, die die Leute tagelang auf Trab hält und innerhalb von Monaten um Jahrzehnte altern lässt. Chemiker nennen ihn Methamphetamin, die Süchtigen ›Crystal‹ oder ›Meth‹ oder beides, und die Drogenpolitker eine neue amerikanische Epidemie.« Peter Richter in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung