Axel Doßmann
Susanne Regener
Fabrikation eines Verbrechers
Der Kriminalfall Bruno Lüdke als Mediengeschichte

Bruno Lüdke wurde – fälschlich – als der »größte Massenmörder in der Kriminalgeschichte« bezeichnet. Der im Nationalsozialismus geheim gehaltene Fall bot seit den 1950er Jahren Stoff für Enthüllungsgeschichten und filmische Fiktionen. Die Akteure beriefen sich auf die Wahrheit der Archivakten: medizinische Gutachten, Protokolle der Polizei, Fotografien, Körperabformungen und Lüdkes Sterbeurkunde. Dieses Buch entwirft zu den wissenschaftlichen und populären Imaginationen vom Bösen eine Medien- und Wissensgeschichte vom 19. Jahrhundert bis in unsere Gegenwart. Analysiert werden stereotype und rassistische Menschenbilder, Visualisierungen des Verbrechers als Typus, Wahrheits- und Trophäenproduktionen und die vergangenheitspolitischen Dimensionen von Medienpraxis. »Fabrikation eines Verbrechers« demonstriert wissenschaftliches Denken dicht am Material, theoretisch und methodisch transparent – für eine zeitgemäße historische, politische und ästhetische Bildung.

38.00 €

Author

Axel Doßmann, Susanne Regener

Designer

Markus Dreßen, Spector Bureau

Reviews

Man kann diesen akribischen Band als Beitrag zur Archäologie des Postfaktischen lesen und die Parallelen zu gegenwärtigen Fake-News- Karrieren kaum übersehen. 

Ronald Düker, DIE ZEIT

Fabrikation eines Verbrechers schöpft die Potentiale des wissenschaftlichen Buches neu aus. Es ist eine spannende Spurensuche, ein Fotobuch, eigentlich ein Kunstprojekt und nicht zuletzt ein Lehrbuch für historische Forschung.

Ulrike Schmitzer, ORF 1

In angenehm knappen, gut lesbaren Studien untersuchen sie Bilder und Dokumente [...], in denen das Faszinosum des angeblichen Serienkillers bis in die Gegenwart mit rassistischen Subtexten weiterwirkt. [...] Die Akte Bruno Lüdke ist längst ein Paradigma, an dem sich 80 Jahre deutscher Kultur- und Mediengeschichte aus unterschiedlichsten Perspektiven aufblättern lässt. 

Claudia Lenssen, die tageszeitung